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Data-Mining mit CRISP-DM

  • Autorenbild: Michael Gwozdz
    Michael Gwozdz
  • 22. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Was ist CRISP-DM?


Die Abkürzung CRISP-DM steht für Cross Industry Standard Process for Data Mining. Es handelt sich um ein branchen- und softwareunabhängiges Vorgehensmodell, das den gesamten Prozess einer Datenanalyse strukturiert – von der ersten geschäftlichen Fragestellung bis zur praktischen Anwendung der Ergebnisse.


Das Modell wurde bereits 1996 von einem Konsortium aus namhaften Unternehmen wie NCR, SPSS Inc. und DaimlerChrysler mit Unterstützung von EU-Fördermitteln entwickelt. Seit seiner Vorstellung um das Jahr 1999/2000 hat es sich weltweit etabliert und bietet Unternehmen jeder Größe eine verlässliche Orientierung für datengetriebene Projekte



Welche Ziele verfolgt CRISP-DM?


Das Hauptziel von CRISP-DM ist es, Data-Mining-Projekte methodisch sauber aufzusetzen und typische Fehler zu vermeiden. Im Kern verfolgt das Modell folgende Zielsetzungen:


  • Standardisierung: Schaffung eines einheitlichen Prozessmodells, das als Blaupause für Projekte dient.

  • Flexibilität: Es soll über verschiedene Branchen, Werkzeuge und Anwendungsfälle hinweg universell einsetzbar sein.

  • Effizienz: Ergebnisse sollen schneller, präziser und für das Unternehmen nutzbringender erzielt werden.

  • Transparenz: Durch eine klare Strukturierung wird die Kommunikation zwischen Fachabteilungen, IT und Datenexperten erheblich erleichtert



Die sechs Phasen von CRISP-DM


Das Modell gliedert sich in sechs logische Phasen, die jedoch nicht starr nacheinander ablaufen, sondern iterativ gedacht sind – Rücksprünge in vorherige Phasen sind ausdrücklich vorgesehen.


  1. Business Understanding (Geschäftsverständnis): Definition der Ziele aus Unternehmenssicht. Welche geschäftliche Frage soll beantwortet werden?


  2. Data Understanding (Datenverständnis): Sammlung und erste Analyse der verfügbaren Daten. Hier wird die Datenqualität bewertet und erste Hypothesen werden abgeleitet.


  3. Data Preparation (Datenaufbereitung): Bereinigung, Transformation und Formatierung der Daten. Dies ist in der Praxis oft der aufwendigste Schritt, der etwa 50 % bis 70 % der Projektzeit beansprucht.


  4. Modeling (Modellierung): Auswahl und Anwendung geeigneter Analyse- oder Machine-Learning-Verfahren (z. B. Entscheidungsbäume), um die Fragestellung zu beantworten.


  5. Evaluation (Bewertung): Überprüfung der Ergebnisse im Hinblick auf die ursprünglichen Geschäftsziele. Es erfolgt eine fachliche Validierung, bevor das Modell in Betrieb geht.


  6. Deployment (Bereitstellung): Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis, beispielsweise durch Dashboards, Berichte oder automatisierte Entscheidungshilfen


Darstellung: Funktionsweise von CRISP-DM
Darstellung: Funktionsweise von CRISP-DM

Die Vor- und Nachteile von CRISP-DM


Wie jedes Modell hat auch CRISP-DM spezifische Stärken und Schwächen, die man vor Projektstart abwägen sollte.


Vorteile:

  • Struktur und Nachvollziehbarkeit: Der Prozess ist klar gegliedert und für alle Beteiligten verständlich.

  • Unabhängigkeit: Das Modell ist nicht an bestimmte Software-Tools oder Branchen gebunden.

  • Fokus auf Business: Durch die Betonung des fachlichen Kontexts wird sichergestellt, dass die Analyse einen echten geschäftlichen Mehrwert liefert.

  • Flexibilität: Die iterative Natur erlaubt kontinuierliche Anpassungen.


Nachteile:

  • Keine Aktualisierung: Seit 2007 gab es keine offizielle Weiterentwicklung mehr.

  • Echtzeit-Daten: Das Modell ist primär für klassische Batch-Prozesse (stapelweise Verarbeitung) ausgelegt und weniger für moderne Echtzeit- oder Streaming-Analysen.

  • Starrheit in Agilität: In sehr agilen Projekten kann das formale Phasenmodell teilweise als zu schwerfällig empfunden werden.

  • MLOps-Lücke: Die Deployment-Phase ist für moderne Machine-Learning-Umgebungen (wie kontinuierliche Modellpflege) oft zu unspezifisch und bedarf einer Ergänzung durch agile Frameworks



Fazit


Trotz seines Alters bleibt CRISP-DM ein unverzichtbares Werkzeug, um Ordnung in komplexe Datenprojekte zu bringen – insbesondere für Unternehmen, die standardisierte Abläufe etablieren wollen.


 
 
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